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Die diesjährige Auslandsradltour der Lupburger Radler führte vom Don-Delta am Asow`schen Meer über Wolgograd

(ehemaliges Stalingrad) zum Wolga-Delta am Kaspischen Meer.

Vom 08. bis 23. Mai bewältigten Alois Stiegler, Hans-Jakob Maier, Xaver und Josef Mayer, sowie Günther Fronhöfer die 1400 km lange Strecke durch den Süden Russlands.

Der erste Radltag erfolgte am 09. Mai, dem russischen Nationalfeiertag des Sieges über Deutschland. Allerorts fanden beeindruckende Umzüge statt, bei denen auch noch etliche Kriegsteilnehmer mitmarschierten, die  gebührend und ehrenvoll die Spitze der Festzüge anführten und von Weitem an den ordensgeschmückten Anzügen zu erkennen waren. Da die Lage über das Erscheinen der deutschen Radlergruppe just an diesem Tasge anfangs schwer einzuschätzen war, hielt man einen ausreichenden Sicherheitsabstand  ein und unterließ das Fotografieren. Die Nachricht über die deutschen Radler verbreitete sich doch überall wie ein Lauffeuer und von überall her erschallten „Druschba-Rufe“, (Freundschaft) .

Diese vermischten sich mit  „Hitler kaputt“ –Verkündigungen, erschienen aber eher als eine Aufforderung zum Mitfeiern und so geschah es auch.

Am Spätnachmittag endete die anfangs gut ausgebaute und asphaltierte Straße jedoch in einem riesigen Sumpfgebiet und es stellte sich außerdem heraus, daß nirgendwo die Möglichkeit bestand, Geld zu tauschen. Die mitgeführten Dollars und Euros waren für überhaupt nichts zu gebrauchen, so daß  die Verpflegung den ganzen Tag  aus Leitungswasser und „Lupburger Bikerriegel“ bestand.   Es blieb nur der  „Rückzug“  und der erste Radltag endete nach 120 Kilometern dort, wo er begonnen hatte.

Am nächsten Tag gegen Mittag  spuckte der fünfte Geldautomat endlich die ersehnten „Rubili“ (auch in den Banken war Geldtausch nicht möglich) aus und der 2. Versuch Richtung Nordosten rechts des Don`s brachte die Gruppe zügig voran. Großes Rätselraten herrschte beim Verlassen von Wolgodonsk auf einer vierspurigen „Autobahn“ -stundenlang ohne nennenswerten Verkehr -und die Mutmaßungen über diese Projekt erstreckten sich in viele Richtungen. Die Lösung präsentierte sich beim „Stoi“ eines Uniformierten- 50 Meter vor  einem  riesigen Atomreaktor.

Die Umgebung der nächsten Tage war geprägt von riesigen Getreidefeldern, teilweise mehrere hundert Quadratkilometer groß und so manche Abkürzung führte auf festgefahrenen Lehmspuren mitten hindurch.

Wie ein riesiges Meer präsentierte sich der Zimljanskoje wodochranilischtsche), ein 300x40 km großer Stausee, 1949-1955 erbaut, bei dem der Unterlauf des Dons auf eine Länge von 300 Kilometern aufgestaut ist und eine Breite von ca. 40 Kilometern aufweist.

Beim Ausschauen nach einem geeigneten Zeltplatz stellte ein gebbürtiger Kasache der Gruppe sämtliche Zimmer seines Hauses der Gruppe zur Verfügung und spendete seinen ganzen  Vorrat an selbstgebranntem Wodka und getrockneten Fischen. Umrahmt wurde der Abend mit einer Fülle von kasachischen Liedern, mit denen „Genan“ die Sehnsucht nach seiner alten Heimat wieder aufklingen ließ.

150 Kilometer vor Wolgograd fing es jedoch zu regnen an und ein Weiterkommen auf dieser Piste war mit den Rädern nicht mehr möglich, so daß die Strecke bis zum Wolga-Don-Kanal auf einem in einer Kolchose organisierten Viehtransporter zurückgelegt werden musste.

In Wolgograd wurden zwei Besichtigungstage eingelegt.

Das mehrgeschossige staatliche Museum „Stalingrader Schlacht“ im Zentrum und die 84 Meter hohe und 8000 Tonnen schwere Kolossalstatue „Rodina mat' sowjot“- (Mutter Heimat ruft) auf dem Mamajew-Hügel  im Norden der Stadt  zeugen von der unsinnigen Schlacht.  Weiter im Programm bestand die Besichtigung der ehemaligen „Paulus-Befehlszentrale“, in der sich der Generalfeldmarschall der 6. Armee bis zum Februar 1943 verschanzte .

Rund um dieses Gebäude sind die einzigen Bauwerke aus der vergangenen Zeit zu finden. Der Rest der Stadt wurde mit einer Million Bomben von der deutschen Luftwaffe samt Zivilbevölkerung, die Stalin nicht evakuieren ließ, um die Kampfmoral der russischen Truppen zu stärken, zusammengebombt.

Rund 1 Million Menschen mussten ihr Leben lassen. 

 

Jura-Radmarathon

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 Am 13.06.2010 in Lupburg
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